Pfauenfenster - Baktapur/Nepal Monika's Homepage  
 
 
 
 
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Tour in Graubünden - Bergell - Engadin - Veltlin - Puschlav mit Julia, Paul und Werner im August 2003
   
(gleich weiter zur 2. Seite)  
   

Nachdem ich im vergangenen Jahr mit meiner Nichte Julia den (hier immer noch nicht beschriebenen) Lasörling-Höhenweg gewandert war, haben wir uns dieses Jahr eine anspruchsvollere Tour vorgenommen. Mit von der Partie waren zusätzlich Paul, ein Freund, den ich 1998 beim Trekking um den Dhaulagiri (8.167 m, Nepal) kennengelernt hatte und dessen Freund Werner. Von Paul, der Schweizer ist und in Basel wohnt, hatte ich mir die Ausarbeitung einer Schweizer Tour gewünscht - es ist eine wunderschöne Tour geworden.
Die Tour startet im Avers in Juf, verläuft kurzzeitig im Bergell (Soglio) und im Engadin, geht dann nach Italien ins Veltlin und endet im schweizerischen Puschlav. Für die, die diese Gegend genauso gut kennen wie ich vor dieser Tour (nämlich gar nicht): im Prinzip ist die Tour ein großer Halbkreis südlich um St. Moritz.
Wir hatten noch ziemliches Glück mit dem Wetter, die große Hitze war schon vorbei, aber der wirkliche Wetterumschwung kam erst, als wir schon wieder zurück waren.

Der kleine Hafen von LindauDiesmal war ich auch mit meiner Nichte mit der Bahn unterwegs, wir sind am Freitag morgen von München Richtung Chur losgefahren, um uns dort mit den Schweizern zu treffen. Wegen Bahn-Reparaturen erwischten wir unseren Anschlusszug in Lindau nicht mehr. Das war aber gut so, da wir jetzt eine Stunde Zeit hatten, uns auf der kleinen Halbinsel etwas umzugucken und immer noch rechtzeitig in Chur ankamen.
Altes Haus in Juppa, dem letzten Ort im Avers-Tal In Chur trafen wir unsere Freunde und nach einem Capuccino fuhren wir mit dem Bus weiter über Thusis ins Avers bis fast zum Talende zum Hotel Alpina (ca. 1950 m). Hier hatten wir schon 2 Doppelzimmer reserviert. Vor dem Essen haben wir noch einen Spazierganz nach Juppa gemacht, ein Dorf, das Werner und Paul noch aus früheren Zeiten kannten und das sich mittlerweile sehr verändert hat. Das Abendessen war ausgezeichnet; für den nächsten Morgen vereinbarten wir ein frühes Frühstück, da wir schon um 7 Uhr aufbrechen wollten.

   

Am Samstag-Morgen war erstmal nicht so gutes Wetter wie angekündigt; als wir nach einem ausgiebigen Frühstück losmarschieren wollten, wurden wir von ein paar vereinzelten Regentropfen begrüßt. Wir rechneten jedoch (zu recht) damit, dass es besser werden würde und blieben bei der ursprünglichen Planung, über den Bergalgapass und den Pass da la Duana nach Soglio zu wandern (Alternative waere der Septimer Pass nach St. Moritz gewesen). Zuerst gingen wir auf dem Murmeltier-Lehrpfad (die Murmeltiere waren zu sehen und nicht zu überhören) fast ohne Steigung Richtung Pass, am Talschluß in nicht zu starker Steigung immer noch über Almen bergan, bis am Bergalgapass (2790 m) plötzlich eine Mondlandschaft begann. Hier sollte man wirklich nicht im Nebel unterwegs sein...
Bei uns schien aber mittlerweile die Sonne, so dass wir problemlos unseren Weg zum Pass da la Duana (2694 m) fanden. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick ins Bergell, direkt gegenüber der Piz Badile mit seiner berühmten Nord-Kante. Kurz hinter dem Pass machten wir daher Mittag und stiegen dann gemütlich und mit noch einer weiteren schönen Pause in der Sonne über Almen und Wälder ins Tal hinab bis Soglio (1097 m), einem wunderschönen uralten gut erhaltenen Dorf.
Hier war es heiß und als erstes steuerten wir den unseren Freunden bekannten Biergarten an, der uns schon aus größerer Höhe gezeigt worden war. Anschließend bezogen wir unsere vorher reservierten Zimmer in einer Pension direkt gegenüber, die von der Fam. Brügger (alternative Bio-Bergbauern) geführt wird, ein ca. 500 Jahre altes Haus, die Räume teilweise mit 300 Jahre alten schönen Holzverkleidungen und ebenso alten Türen. Zum Abendessen gingen wir in das Restaurant im Palazzo de Salis gegenüber und ich aß erstmals das landestypische Gericht "Pizzocheri" (eine Art Reste-Essen: Nudeln mit Gemüse und mit Käse überbacken, sehr lecker!); anschliessend leerten wir noch eine Flasche Wein in unserer Pension zur Feier des guten Tourenbeginns.

Blick nach Norden Richtung Juf
Kurz vom dem Bergalga-Pass
Mondlandschaft am Bergalga-Pass
Abstieg ins Bergell
Im Hintergrund der Badile
Blick auf Soglio
Im Biergarten des Palazzo de Salis
   

Nach dem vorherigen anstrengenden Tag sind wir am Sonntag etwas später aufgestanden und haben das gute Frühstück mit selbstgebackenem Brot, selbstgemachten Marmeladen, Honig und Käse genossen. Der Pension ist ein kleiner Laden angegliedert, indem die selbst erzeugten Produkte der eigenen Landwirtschaft verkauft werden.
Anschließend haben wir eine Spaziergang durch Soglio gemacht und auch die kleine Kirche mit dem schönen Friedhof besucht. In Soglio gibt es auch noch öffentlich Waschplätze.
Dann sind wir auf einem wunderschönen Panoramaweg ohne größere Steigungen nach Vicosoprano gegangen. Gerade als es anfing zu regnen, waren wir an einer kleinen Alm, wo wir den Regen bei einem Tee abwarteten. Auch Vicosoprano ist ein schönes altes Dorf. Hier entdeckten wir an einer der Waschstellen auch einen Vorrat von Waschpulver - sie werden also noch genutzt. Von Vicosoprano aus gingen wir einen Waldweg auf der rechten Flussseite Richtung der Talstation der Albigna-Gondelbahn (1194 m), mit der wir zum Albigna-See (2163) fuhren. Nach einer verspäteten Mittagsrast gingen wir über die Staumauer und die letzten Meter den Hang hinauf bis zur Albigna-Hütte (2333 m). Die Hütte liegt sehr schön mit Blick auf See und (noch vorhandene) Gletscher.
Das Abendessen war sehr gut; wie auf schweizer- und ital. Hütten im allg. üblich haben wir Halbpension genommen, was immer auch ein 3-Gänge-Abendessen bedeutet. Um es kurz zu machen - es wurde insgesamt eine Schlemmertour, alle Hütten boten als Alternative ein sehr gutes vegetarisches Essen und teilweise erntete ich als Vegetarierin sogar neidische Blicke der anderen ... Den Abend verbrachten wir mit Kniffeln.

Alte Zimmertür in unserer Pension
Im Kirchgarten von Soglio
Alter Waschplatz in Soglio
Blick zurück nach Soglio
Auf dem Panoramaweg nach Vicosoprano
Verlassene ehemalige Almgebäude
Albigna-See mit Albigna-Hütte
   

Heute Montag hatten wir früh aufstehen wollen, um bei gutem Wetter über den Pass da Casnil (2972 m), von dessen Passhöhe aus wir den Piz Casnil (3189 m) besteigen wollten, zur Forno-Hütte (2574 m) zu gehen. Paul war kurz vor 6 aufgestanden, draußen hat es etwas geregnet und der Hüttenwirt hat bedenklich dreingeschaut. Nachdem auch die Wettervorhersage für diesen Tag nichts besseres versprach, haben wir noch etwas weitergeschlafen, sind nach einem guten Frühstück mit Müsli gemäß Plan B wieder mit der Albigna-Bahn abgefahren und mit dem Bus zum Maloja-Pass (1809 m) weitergefahren. Hier kamen wir kurz nach 10 Uhr an.
Vom Pass aus sind wir das sanft ansteigende Val d'Or hinaufgewandert, am schönen Ausflugs-See Lagh da Cavloc (1907 m) vorbei, wo wir einen Regenguss bei Capuccino abgewartet haben (wir kamen trotzdem noch in den Regen), und sind später als sich das Tal teilt nicht zum Muretto-Pass gewandert, sondern in das westliche Tal Richtung Forno-Gletscher. Das Tal wird immer steiniger und nach der Mittagspause (gerade hat mal die Sonne geschienen) erreichen wir bald den Gletscher.
Der Gletscher war aper und relativ flach, aber auch unerwartet glatt (Grödeln wären nicht verkehrt gewesen). Die Wegführung zur Forno-Hütte führt einige Zeit den Gletscher hinauf und dann unterhalb der Hütte steil die Moräne hinauf. Hier fing es dann an zu gewittern (wenn auch nicht besonders heftig) und wir haben die letzten Meter zur Hütte mit ziemlichem Tempo zurückgelegt. Julia meinte später, es wäre ihr zwar etwas zu schnell gewesen, sie hielt es aber nicht für den richtigen Zeitpunkt sich zu beschweren ...
Die Forno-Hütte ist zwar einfacher als die Albigna-Hütte, hat aber ein schönes Lager, einen gemütlichen Gastraum und wie immer gutes Essen. Nach dem Abendessen spielten wir Kniffel und Mäxchen.

Der Albigna-See im Morgenlicht von der Hütte aus
Nach dem Lagh da Cavloc
Mittagspause im Val d"Or
Blick Richtung Forno-Gletscher
Erste Schritte auf dem Gletscher
Blick zum Pass da Casnil
   

Der Dienstag begann mit traumhaften Wetter, einem guten Frühstück und fieberhafter, erfolgreicher Suche nach Handschuhen und Handy. Im Morgenlicht sind wir zum Passo del Forno (2775 m) gestiegen. Hier haben wir uns kurzzeitig von Werner getrennt, der schon Richtung Chiareggio abgestiegen ist.
Wir anderen sind Richtung Monte Forno gegangen, am Anfang in Richtung Passo del Muretto, dann auf Wegspuren auf dem Grat entlang. Nach einer Querung unterhalb des Gipfels begann die eigentlich Kletterei, ein Fixseil war quer durch die Wand gespannt. Da wir außer einem 10 m Seilstück keine Kletterausrüstung dabei hatten und Julia so etwas noch nie gemacht hatte, entschlossen wir uns an dieser Stelle zur Umkehr.
Nach insgesamt etwas mehr als 2 Std. waren wir zurück am Passo del Forno und begannen den Abstieg nach Chiareggio (1612 m). Zuerst noch durch Felsengelaende, dann ein schöner Bach gesäumt von Gebirgswiesen (hier haben wir Werner wiedergetroffen und mit Blick nach Italien Mittagspause gemacht), anschließend Almengelände und Wald. Bald wurde uns auch klar, warum wir in Chiareggio keine Unterkunft mehr erhalten hatten. Es ist ein sehr kleiner, überaus beliebter italienischer Ferienort.
Nach einem kurzen Aufenthalt im Biergarten und einigen Einkäufen haben die anderen den Bus genommen, während ich auf einem wunderschönen Höhenweg nach San Guiseppe (1450 m) gewandert bin. Die Nacht verbrachten wir im Albergo Ristorante Braciasco, genossen die Dusche, die italienische Atmosphäre, den freundlichen Wirt, das wunderbare Essen (Vegetarier im Vorteil: nach einer sehr guten lokalen Spezialität - gebackene Käsekügelchen - als Vorspeise, bekam ich noch dazu den Reis mit Pilzen als Hauptspeise!) und den italienischen Wein.

Der Forno-Gletscher im Morgenlicht
Aufstieg zum Monte Forno
Blick nach Süden
Am Grat zum Monte Forno (Julia und Monika)
Im Hintergrund der Fornogletscher (Paul und Monika)
Paul und Julia beim Abstieg
Abstieg nach Chiareggio Almen kurz vor San Guiseppe
   

Am Mittwoch war bei gutem Wetter ein Anstieg von insgesamt 1600 Höhenmeter geplant. Nach einem italienischen Frühstück und mit den guten Ratschlägen des Wirts versehen, stiegen wir durch Wald zum Lago Palù (1921 m) auf, wobei wir anfangs den mir schon vom Vortag bekannten Weg nutzten. Vom Lago aus hatten wir einen schönen Blick auf den Monte Disgrazia, weniger schön auch auf das Skigebiet am Monte Motta.
Statt auf ebenem, vermutlich breiterem Weg vom Lago aus zum Rif. Scerscen zu wandern, entschieden wir uns dazu, auf Waldpfaden und über Almen Richtung Sasso Nero zu steigen und dann auf dem Grat den Pfad Richtung Rif. Scerscen abzusteigen. Kurz nach dieser Kreuzung hätte eigentlich ein Pfad Richtung Rif. Mitta abzweigen müssen. Diesen konnten wir jedoch nicht finden, sind deshalb bis zum Rif. Scerscen abgestiegen und von dort wieder erst an einem Fluß entlang und dann steil hinauf zum Rif. Mitta (2021 m) gewandert. Das Rifugio liegt zusammen mit dem Rif. Musella am Ausgang eines schönen Hochtals mit Bach. Viele Italiener scheinen hier Urlaub zu machen oder kommen zu Tagesausflügen, aber schon am Ende des Hochtals waren wir bei unserer Brotzeit außerhalb des Trubels.
Anschließend stiegen wir zu unserem Tagesziel, dem Rif. Carate (2636 m) durch karstige Hochgebirgslandschaft auf. Das Rif. Carate ist recht klein, aber sehr gemütlich und gastfreundlich. Hier hatten wir ein schönes 4-Bett-Zimmer und verbrachten nach dem Abendessen wieder einen schönen Abend bei Rotwein und Spielen.

Almen in der Nähe des Lago Palù
Blick auf Lago Palù, Monte Disgrazia in den Wolken
Mittagsrast nahe Rif. Mitta und Rif. Musella
Auf dem Sattel hinter dem Rif. Carate Blick Richtung Rif. Marinelli
Julia auf dem Sattel hinter dem Rif. Carate
   

Auf der nächsten Seite folgt die Fortsetzung der Beschreibung unserer Wanderwoche und Ihr findet noch weitere Informationen von mir.

 
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Letzte Änderung am 24.03.2004
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