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Fortsetzung der Beschreibung der Tour in Graubünden - Bergell - Engadin - Veltlin - Puschlav mit Julia, Paul und Werner im August 2003
   
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Am Donnerstag morgen regnete es der Wettervorhersage entsprechend, also trat wieder Plan B in Kraft und wir beschlossen, eine weitere Nacht in diesem gastfreundlichen Rifugio zu bleiben. Am frühen Nachmittag machten wir einen Ausflug zum nahen, riesigen Rif. Marinelli (2813 m) und gingen auch noch weiter Richtung Passo Marinelli, über den wir am nächsten Tag evtl. zum Rif. Bignami gehen wollten. Da es jedoch wieder zu regnen begann, stiegen wir vor der Passhöhe Richtung Rifugio zum Kaffee-Trinken ab. Auf dem Rückweg machte ich noch einen Ausflug zum "Monumento degli Alpini", ein gut sichtbarer Gedenkstein.
Den Rest des Tages haben wir gespielt, und weil das Spielen langsam zur Gewohnheit wurde, haben wir (Julia und ich) unseren schweizer Freunden Doppelkopf beigebracht, erst die ganz einfachen Varianten und zum Schluß mit (fast) allen Schikanen. Es wurde sogar das eine oder andere Solo gespielt.
Um vom Rif. Carate aus zum Rif. Bignami zu gelangen, gibt es 3 verschiedene Möglichkeiten. Eine ist der schon erwähnte Weg über den Passo Marinelli, der auf der Ostseite vergletschert ist, der Weg über die Bochetta die Caspoggio mit westseitigem Gletscher oder aber unvergletschert und direkt über die Forcella di Fellaria. Da wir ohne Gletscherausrüstung unterwegs waren, wurde uns von ersterem abgeraten, den zweiten Übergang hatten wir selber gesehen und wußten, daß er für uns zu steil ist, also entschlossen wir uns, am nächsten Tag über die Forc. die Fellaria zur Bignami-Hütte zu wandern.

Rif. Carate
Rif. Marinelli Bombardieri
Monumento degli Alpini
Blick von der Hütte nach Süden
   

Der Freitag begann mit gutem Wetter. Nach dem Frühstück und der Verabschiedung vom Wirt querten wir zur Forc. di Fellaria (2819 m) und stiegen hinab zum Rif. Bignami (2401 m), die etwas oberhalb des Stausees Lago di Gera liegt. Die Hütte ist ein beliebtes Ziel für Tagesausflügler und größer und leider auch unpersönlicher als die Carate-Hütte. Vor hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Gletscher im Talschluß.
Nach dem Mittagessen packten wir nur einen Rucksack und wanderten auf dem ausgeschilderten Gletscherpfad Richtung Passo Marinelli. Wir stiegen auf der Moräne nach oben, an einem kleinen See vorbei und zum Schluß über einen Felsriegel steil zum Gletscher empor (2829 m). Von hier aus konnte man den ganzen Gletscher bis zum Passo Marinelli überblicken; er war vollkommen aper, aber die Ansichten, ob wir diesen Weg auch ohne Ausrüstung hätten wählen können, waren geteilt. Mittlerweile fing es auch wieder an zu tröpfeln und wir machten uns auf den Rückweg zur Hütte, wo wieder die Doppelkopf-Karten und ein gutes Abendessen warteten.

Vor dem Frühstück im Rif. Carate
Julia und der Hüttenwirt
An der Forc. die Fellaria
Kurze Rast am Pass
Paul, Julia und Werner an der Vedretta di Fellaria, im Hintergrund Passo Marinelli Julia, Monika und Werner Julia, Monika und Paul Paul und Julia auf dem Gletscher Abstieg auf der Moräne Richtung Rif. Bignami
   

Der Samstag begrüßte uns wieder mit Sonnenschein. Wir wanderten um das nördliche Ende des Lago di Gera. An der Alpe Gembre (2229 m) trafen wir auf eine Sennerin, die die Butter in einem Butterfaß schlug. Hier bogen wir nach links ab hinauf zur italienisch-schweizerischen Grenze am Passo Canfinale (2628 m), von wo aus wir einen schönen Blick ins Puschlav, dem Ziel unserer Wanderwoche, hatten.
Heute hielt das Wetter und bei strahlendem Sonnenschein steigen wir über das Val d'Urse nach Poschiavo (1000 m) ab. Es ist schön, durch die unterschiedlichen Vegetationszonen in die Wärme und den Überfluß des Südens zu wandern. Kurz vor Poschiavo machten wir noch einen Umweg über die Alp Selva, saßen dort in einem Biergarten, genossen die Sonne und ließen den Urlaub ausklingen.
In Poschiavo gingen wir zuerst zum Bahnhof, um unsere Rückfahrkarten zu kaufen. Hier hatten wir keine Unterkunft reserviert und hatten Schwierigkeiten, ein Hotel für uns 4 zu finden, so daß wir letztendlich im teuersten Haus am Platz, dem Hotel Suisse übernachteten. Nach einer ausgiebigen Dusche ließen wir uns auf der Piazza eine Pizza schmecken und spielten anschließend wieder Doppelkopf in einer Trattoria.

Blick vom Rif. Bignami nach Norden
Sennerin mit Butterfaß
Blick auf die Alpe Gembre
Rif. Bignami vom Anstieg auf den Passo Canfinale aus gesehen
Lago die Gera mit Blick nach Süden
Am Pass Blick zurück Passo di Canfinale Abstieg nach Poschiavo Im Biergarten in der Alp Selva Blick auf Poschiavo
   

Nachdem wir am Sonntag das Frühstücksbuffet im Hotel ausgiebig genutzt hatten, guckten wir uns noch den Südteil von Poschiavo mit seinen schönen alten Villen an, bevor wir mit der rätischen Bahn nach Pontresina fuhren. Es ist eine wunderschöne Fahrt, nach vielen anfänglichen Kehren vorbei an der Alpe Grüm, dem Passo del Bernina mit dem Lago Bianco und immer der Blick in die Täler, auf die Gletscher und Berge der Bernina, mit Piz Palü, Piz Bernina und Piz Morteratsch als Abschluß.
In Pontresina stiegen wir in die Bahn nach Chur um, auch diese Strecke quer durch Graubünden ist wunderschön. In Chur hatten wir etwas Verspätung und mußten uns daher sehr schnell von Werner und Paul verabschieden. Ich hatte mit Julia wieder Aufenthalt in Lindau, den wir nochmal zu einem Spaziergang nutzten bevor wir ohne weitere Unterbrechnung nach München weiterfuhren.
Am Abend schlossen wir diesen herrlichen Urlaub in einem nahen Münchner Biergarten ab.

Gärten in Poschiavo mit Blick zurück
Julia und Paul
Blick aus der rätischen Bahn nach Poschiavo
Vadret da Palü (Alp Palü)
Lago Bianco am Passo del Bernina
Piz Palü und andere ;-) Mittig Piz Bernina mit Bianco-Grat, rechts davon Piz Morteratsch Piz Palü, Bernina und Morteratsch
   
   

Es war insgesamt eine sehr schöne Tour, die uneingeschränkt zu empfehlen ist. Sie umschließt alle Vegetationszonen von der Üppigkeit des Südens bis zu der Kargheit der Gletscher. Sie ist allerdings nicht ganz einfach. Man benötigt auf alle Fälle feste Bergschuhe; aufgrund des starken Gletscherrückgangs und des schwindenden Permafrosts ist insbesondere am Casnil-Pass und beim Aufstieg zur Forno-Hütte mit Steinschlag zu rechnen.
Obwohl wir mitten im August, dem italienischen Ferienmonat, unterwegs waren, waren die Wege relativ wenig begangen.
Nichtsdestotrotz: die Schweiz ist zwar sehr schön, aber auch sehr, sehr teuer. Die Hüttenübernachtungspreise entsprechen allerdings den im Alpenraum üblichen Preisen - bis auf den Wein ;-). Im Tal war dann umso schöner die preislich eher dem deutschen Niveau entsprechende Übernachtung in Italien (wo bei Wein und Cappuchino das richtig südliche Urlaubsgefühl aufkommt ...).

Im Gegensatz zu vielen anderen Gegenden ist dies ein Vegetarier-Paradies. Obwohl wir auch in den italienischen Hütten Halbpension genommen haben, gab es immer ein gutes fleisch- und fischloses Essen für mich.

Wir hatten wieder alle Hütten, Pensionen und Hotels vorher reserviert. Es war zwar nicht immer notwendig, aber es beruhigt. Und wir konnten auch problemlos eine Reservierung telephonisch stornieren - in ziemlich radebrechendem italienisch.

Der schmale Weg von Chiareggio nach San Guiseppe musste teilweise einer neu angelegten Forststraße weichen. Man sollte dieser Forststraße auf keinen Fall folgen, wenn sie anfängt, in Serpentinen bergan zu steigen. Kurz vorher ist rechts der alte Pfad sichtbar (sehr gut in rot markiert).
Wenn man sich San Giuseppe auf diesem Pfad nähert, ist es, als würde man in Nepal zwischen den Dörfern wandern, ein schmaler Pfad zwischen steinernen Mauern. Es ist erstaunlich, wie sich die Weganlage und die Bauweise ähneln.

Julia und Paul bei der Wegfindung mit 3 Karten am KartenrandBei dieser Tour benötigt man nicht nur sehr viele Wanderkarten, sondern teilweise läuft man sogar am Rand von 3 Karten, so geschehen auf dem Weg vom Rif. Carate zum Rif. Bignami. Paul hatte an den Karten schon vorher die Ränder weggefaltet, sodaß man sie gut aneinander legen konnte.
Wir haben folgende Wanderkarten benutzt (in der Reihenfolge ihres Auftretens):

  • Val Bregaglia - Carta Nazionale della Svizzera Nr. 1276, 1:25.000
  • Monte Disgrazia - Carta Nazionale della Svizzera Nr. 278, 1:50.000
  • Piz Bernina - Landeskarte der Schweiz, Nr. 1277, 1:25.000
  • Brusio - Carta Nazionale della Svizzera Nr. 279, 1:50.000
Außerdem hatten wir noch die folgende Karte dabei, deren Gebiet aber schon durch die anderen Karten abgedeckt wird:
  • Oberengadin - Landeskarte der Schweiz, Nr. 5013, 1:50.000

Wir hatten eine Liste mit Übernachtungsmöglichkeiten und Telefon-Nummern dabei. Sie kann entweder im Excel-Format oder als Text-Datei heruntergeladen werden.

Auf dieser Webseite findet man eine ausführliche Beschreibung des größten Teils unserer Wanderung. Auch sind auf dieser Seite viele Links und Bücher angegeben, diese Angaben brauche ich hier nicht zuwiederholen.

Wir hatten noch folgende Broschüren, die man sich bestimmt auch vorher bestellen kann:

  • auf italienisch und englisch ein Führer über das Valmalenco mit einer Übersichtskarte und Beschreibungen: "Rifugi - excursioni - alpinismo, Mountain Bike, Refuges - Trekking - Mountain Climbing"
    Valmalenco Promotion, Piazza SS. Giacomo e Filippo, 23023 Chisa in Valmalenco (SO)
    Tel.: (0039) 0342 451741; http://www.valmalenco.it
  • Ein Faltblat mit Adressen und Bildern von Hütten und Unterkünften im Valmalenco, ebenfalls mit einer Übersichtskarte, das sich "I nostri Rifugi" nennt und unter der gleichen Adresse erhältlich ist.

 
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Letzte Änderung am 24.03.2004
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