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Sarntaler Hufeisentour mit Sabine Sommer 2002
   

Dieses Jahr sind Sabine und ich im Juli eine Woche lang die Sarntaler Hufeisentour gewandert. Die Idee entstammte ursprünglich einem Artikel der Süddeutschen Zeitung; ich fand aber auch noch eine alte Beilage der Zeitschrift Alpin und dann kam während unserer Planung auch noch das zugehörige Heft der Zeitschriftenreihe Berge heraus.
Natürlich hatten wir wie immer Glück mit dem Wetter, am ersten Wandertag hatten wir einen unglaublich guten Blick auf Latemar, Rosengarten, Schlern und Seiser Alm. Danach war war es öfter neblig, aber es hat nur einmal etwas geregnet und da hatten wir auch schon unser Tagesziel erreicht. Und auch am letzten Tag mussten wir die letzten 5 Minuten in Sarntal im strömenden Regen zu unserer Pension rennen ;-)

In BozenWieder waren wir mit der Bahn unterwegs, sind am Samstag morgen von München losgefahren, über den Brenner bis nach Bozen. Dort sind wir mittags angekommen, haben uns ein bißchen umgesehen und noch etwas eingekauft, in einem Cafe an einem Platz in Bahnhofsnähe in der Sonne gesessen, ein Panini gegessen und einen Prosecco zur Feier des Tages getrunken.
In Klobenstein Am frühen Nachmittag sind wir die paar Schritte vom Bahnhof zur Rittnerbahn gelaufen und mit der Gondel nach Oberbozen empor geschwebt. Von dort ging's weiter mit einer Dampflok bis zur Endstation in Klobenstein, immer mit einem schönen Blick nach Osten in die Dolomiten. Wenn genug Zeit ist, kann die Strecke auch in knapp 2 Stunden gelaufen werden. Wir übernachteten in einer schon vorher reservierten Pension, abends waren wir natürlich noch eine schöne Steinofen-Pizza essen.

   

Nachdem es am Vorabend noch etwas geregnet hatte, sind wir am Sonntag zu einem strahlenden Tag mit unglaublicher Fernsicht aufgewacht. Unser Vermieter zeigte uns noch den besten Weg zum Gasthof "Auf der Tann", den wir nach gut 1 Std. auf einem sehr schönen Waldweg erreichen - Kaffeepause.
Anschließend sind wir auf einem Waldweg weiter bis zur Saltner Hütte gegangen. Obwohl uns geraten worden war, dem Weg über die freien Hänge zu folgen, haben wir Weg Nr. 9A vorgezogen; ein einsamer, schmaler Weg, der uns durch eine schöne Mischung aus Wald und Lichtungen, zum Abschluß über einen Panoramaweg zur Schwarzseespitze (Endstation der Bergbahn ab Pemmern) brachte. Da war es mit der Einsamkeit erstmal zu Ende, nach einem guten Essen sind wir die letzten 200 hm zum Rittnerhorn und unserer ersten Hütte, dem Rittner-Horn-Haus (2258 m), die direkt auf dem breiten Gipfel steht, weitergestiegen.
Dort haben wir zu zweit ein schönes 4-Bett-Zimmer bezogen; nach dem Abendessen hat der Wirt noch einen Schnaps ausgegeben und uns das "Goassnschnalzn" gezeigt (kann evtl. auch anders geschrieben werden ...).

Direkt hinter Klobenstein
Lichtung am Weg
Auf dem Panoramaweg
Vor der Hütte mit 2 kleinen, neugierigen Kätzchen
Blick zum Rosengarten
Der Hüttenwirt beim Goassnschnalzn (oder so ähnlich), im Hintergrund die Hohen Tauern
   

Am nächsten Morgen war es entgegen der Wettervorhersage leider ziemlich neblig. Unser Ziel war an diesem Tag die Latzfonser Kreuz-Hütte, die auf einem Höheweg ohne bedeutende An- oder Abstiege erreicht werden kann. Der gesamte Weg führt auf einem sehr breiten grasigen Bergrücken entlang; zuerst geht es leicht abwärts zum Gasteiger Sattel (2056 m). Wenn man das folgende ziemlich sumpfige Wegstück umgehen will, kann man hier oder später ab der Villanderer Alm zum Alpengasthof Gasserhütte ca. 300 hm absteigen und von dort über die Stöffelhütte auf den Ursprungsweg zurückkehren.
Wir entschieden uns, auf dem Höhenweg zu bleiben. Das Wetter wurde besser - wenn auch die Luft nie wieder so klar war wie am ersten Tag. Nach dem Abstieg von der Großen Forja begann das moorige Stück. Obwohl wir von anderen Wanderern gewarnt worden waren, empfanden wir es nicht als besonders schlimm - mit Goretex-Schuhen hatte ich, da immer genug feste Grasbüschel da waren, überhaupt keine Probleme. Einige besonders sumpfige Abschnitte werden mit Holzwegen überbrückt.
Am frühen Nachmittag haben wir die Latzfonser Kreuz-Hütte (2302 m) erreicht - genug Zeit, um nach einem Käseteller die Kassianspitze (2581 m) auf einfachem Weg zu besteigen.

Blick vom Rittner Horn Richtung Gasteiger Sattel
Hier ist es schon leicht sumpfig ...
Holzwege im Moor
Heiligkreuz-Hütte, ganz rechts die Kassianspitze
Blick vom Anstieg zurück auf die Hütte
Sabine und ich auf dem Gipfel der Kassianspitze
   

Am Dienstag morgen war herrliches Wetter. Wieder hatten wir die Route so geplant, dass wir am frühen Nachmittag an der Hütte sein wollten, um danach noch den Hüttengipfel zu besteigen. Heute führte der Weg nicht über eine Hochebene, sondern meistens am Hang lang, mit niedrigen Büschen (mit den Pflanzennamen kenne ich mich nicht so aus ;-) ). Zuerst führt der Weg 250 hm abwärts, anschließend auf die Fortschellscharte (2299 m). Kurze Zeit später haben wir unseren Weg übersehen und sind dem Hauptweg bergab Richtung Durnholz gefolgt. Glücklicherweise haben wir es recht schnell bei einem Blick auf den Höhenmesser bemerkt und sind weglos zu unserem Weg zurück aufgestiegen. Je näher man der Flaggerschartenhütte (2481 m) kommt, desto alpiner wird der Weg; nach dem Tellerjoch (2520 m) ist die liebliche Landschaft endgültig zu Ende.
Nach einer kurzen Pause in der Hütte haben wir uns auf den Weg zur Jakobspitze (2745 m) aufgemacht - unserem Rendezvous mit Waldi entgegen. Der Weg auf die Jakobspitze ist ziemlich felsig, aber bei gutem Wetter problemlos. Auf dem Gipfel haben wir die übliche Gipfelrast gemacht - eigentlich nichts erwähnenswertes, bis sich eine Gams-Herde näherte; eine der Gemsen vorneweg, kam näher und näher (Zitat: "die kommt nicht noch näher, das machen Gemsen nicht"), bis sie ca. 1 m vor uns stand. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich schnell gepackt und sind den Berg runter (immerhin hatte die Gams Hörner). Die Gams hinterher. Auf der Hälfte des Abstiegs hatten wir dann endlich begriffen, dass wir jetzt zu dritt im Abstieg waren, die Gams war auf den Namen Waldi getauft, mittlerweile Photomodell und hat auch immer aufgepasst, dass keine Steine auf uns herabgeregnet sind. Eigentlich dachten wir, Waldi wäre auf der Hütte bekannt - ist immerhin mit auf die Hüttenterrasse gekommen, aber der Hüttenwirt kannte ihn nicht. Am Abend ist er dann wieder verschwunden.

Der ganze folgende Tag im Blick
Weg am Morgen
Blick auf die Flaggerschartenhütte vom Anstieg auf die Jakobspitze
Auf dem Weg zum Gipfel
Waldi hat seinen ersten Auftritt
Wieso soll ich nicht näher kommen?
Ja, ja, ich komme ja schon
Wer hat gesagt, Gemsen wären scheu? Und dieser Stock ist nicht essbar? Sabine und Waldi auf der Hüttenterrasse
   

Am Mittwoch morgen machten wir uns auf zum Penser Joch, der Dusche entgegen ... Aber zuerst stand das Tagewaldhorn (2708 m) am Wegesrand, das sich überschreiten läßt - während der Aufstieg von Süden her noch relativ einfach war, empfanden wir den Abstieg etwas anders. Ziemlich viel loser Schotter am Grat und später einige Kletterstellen, bei denen man auspassen musste. Ich zumindest war froh, als ich unten war, zumal das Wetter auch nicht sehr sicher war.
Anschließend geht's auf schönen Pfaden durch eine abwechslungsreiche Landschaft, hauptsächlich grasig, bergauf, bergab zum Gasthof Alpenrose (2214 m) am Penser Joch. Der Wind hatte mittlerweile ziemlich aufgefrischt, an einem Gratstück hat er uns beinahe davongeblasen und die Möglichkeit einer Besteigung der Tatschspitze haben wir rechts liegen lassen. So kamen wir am frühen Nachmittag, gerade noch vor dem Regen, im Gasthof an und machten es uns gemütlich.

Blick zurück zur Flaggerschartenhütte
Am Gipfel des Tagewaldhorns
Abstieg vom Tagewaldhorn
Blick zurück zum Abstieg vom Tagewaldhorn Blick Richtung Penser Joch Blick Richtung Tatschspitze
   

Am Donnerstag morgen haben wir den Rückweg der Hufeisentour begonnen. Unser erstes Ziel war das Sarner Weißhorn (2705 m). Vom Penser Joch geht es relativ eben bis zum Grotjoch (2557 m), ab dem man das Weißhorn problemlos besteigen kann. Im Gegensatz zum Tagewaldhorn ist hier fester Fels, teilweise seilversichert - es hat einfach Spass gemacht.
Nicht ganz so angenehm war der geröllhaltige, weglose Abstieg auf der anderen Seite des Grotjoch. Abschliessend wandert man auf einem Feldweg, der leider gegen Ende betoniert ist, Richtung Weißenbach. Ich bin dann noch zu Fuss auf der gegenüberliegenden Talseite auf einem schönen Weg bis zum Gasthof Feldrand, in dem wir ein Zimmer reserviert hatten gegangen, man kann aber auch den Bus nehmen (Busfahrpläne im Gasthof Alpenrose). Bei der Hufeisentour muß man an dieser Stelle ins Tal absteigen, unsere Karte hat uns auch keinen gangbaren Weg gezeigt.
Der Gasthof Feldrand bietet Sauna und Schwimmbad und das zu Preisen, die ausserhalb des Sarntales nahe Bozen höchstens für eine Übernachtung mit Dusche reichen. Wir haben die Möglichkeiten des Gasthofes ausgiebig ausgenutzt ...

Auf dem Weg zum Weißhorn
Schöne Kletterei beim Gipfelaufstieg
Auf dem Sarner Weißhorn
Blick vom Gipfel
Blick zurück aufs Grotjoch betonierter Weg nach Weißenbach
   

Heute wollten wir auf den Hirzer (2781 m) steigen - der Wirt des Gasthofes hat uns (wenn auch nicht ganz so früh wie gehofft) mit seinem Geländewagen über Aberstückl bis zum oberen Windlahner (1566 m) gefahren. Es gibt auch eine Busverbindung - aber der Bus fährt nicht sehr oft und man muß insgesamt 400 hm mehr steigen.
Ab hier sind wir entgegen dem eingezeichneten Weg (der am Anteranbach entlang zur Anteranalm führt) am südlichen Fuss des Kirchbergs entlang aufgestiegen und dann auf einem Höhenweg zur Anteranalm (2053 m) gewandert. Nachdem wir auf dieser kleinen Alm eine Saftschorle getrunken hatten, sind wir gegen den Talschluß Richtung Hirzer gegangen - ein Weg, der langsam über Stufen steigt und fast nicht enden will. Unsere Rucksäcke haben wir ca. 100 m unter dem Gipfel zurückgelassen. Hier haben wir mehr Wanderer getroffen, als in der ganzen Woche bisher. Entsprechend viel war auch auf dem Gipfel los - und plötzlich wurde es auch wieder ziemlich frisch.
Der Abstieg vom Hirzer verläuft bis fast zur Anteranalm auf dem Aufstiegs-Weg, danach folgten wir dem alpinen Gebirgsjägersteig am Kratzberger See vorbei bis zum Missensteiner Joch. Hier entschieden wir uns, auf der Meraner Hütte (1980 m) und nicht auf der Schutzhütte Kesselwand (2300 m)zu übernachten, weil die Meraner Hütte direkt am Weg lag und auch über den Stempel für die Hufeisentour verfügt. Nach einem Stück Kuchen auf der Alm erreichten wir die Meraner Hütte, wo wir für fast den gleichen Preis wie auf den anderen Hütten ein 2-Bett-Zimmer mit Bettzeug, Balkon und Waschbecken bezogen, Dusche auf dem Flur (es war insgesamt eine sehr reinliche Tour).
Alles zusammen unterscheidet sich diese Skigebiet entscheidend von dem Nassfelder Skigebiet am Karnischen Höhenweg - es ist (zumindest hat es den Augenschein) wesentlich weniger landschaftszerstörend.

Blick Richtung Gr. Ilfinger
Auf dem Weg zur Anteranalm
Auf dem Weg zur Anteranalm, nach rechts geht's zum Hirzer
Anteranalm, im Hintergrund fast schon der Hirzer
Gebirgsjägersteig mit Kratzberger See
   

Schon gleich am Samstag Morgen war es sehr neblig - so sahen wir nicht viel von der Aussicht auf unserem Höhenweg über das Kreuzjoch (2086 m) und das Auenjoch (1924 m) zu den "Stoanerne Mandln" auf dem Schöneck (2003 m). Wir sind wieder bis zum Auenjoch zurückgegangen und über Auener Alm (gute Käseplatte) und Sarner Skihütte nach Sarnthein abgestiegen. Kurz bevor wir am frühen Nachmittag in der Pension Olympia ankamen fing es dann doch noch an richtig zu regnen - die letzten Meter sind wir gerannt. Auch hier sind die Preise noch wesentlich ziviler als in Bozen und wir verbrachten den Nachmittag im hauseigenen Schwimmbad und in der Sauna. Abends durchnäßte uns noch ein Regenschauer; waren wir in einer Pizzeria, die in der Nähe der Pension war - in einem Kellergewölbe in einem sehr alten baufällig aussehenden Haus - die Pizza war sehr gut.

Stoanerne Mandln
Stoanerne Mandln
Abstieg zwischen Auener Alm und Skihütte
   

Schloß Reinegg (privat) oberhalb von SarntheinAm Sonntag morgen nahmen wir nach einem Spaziergang zum Schloß Reinegg den Bus nach Bozen und da wir noch genug Zeit hatten, machten wir einen ausgiebigen Stadtbummel - und fanden es nur schade, daß am Sonntag die Geschäfte geschlossen sind. Am frühen Nachmittag sind wir mit dem Zug zurück nach München gefahren.

   

Und zum Abschied von der Tour gab's wieder Prosecco in Bozen. Beim Prosecco in Bozen

2002 war das erste EUR-Jahr - wir fanden die Hütten ziemlich teuer, zumal diese Hütten relativ leicht versorgt werden können.

Vegetarier können auf dieser Tour das Gericht Kartoffeln mit Eiern in allen Variationen ausprobieren ;-), viel mehr Auswahl gab es auf den Hütten leider nicht.

Wir hatten unterschiedliche Karten dabei - beim Alpenverein hatte ich wieder die bewährten Tobacco-Karten ausgeliehen, außerdem hatten wir die "freundliche Südtiroler Wanderkarte" "Sarntaler Alpen" im Maßstab 1:33.000 dabei - eine Karte, die man z.b. auch am Bahnhof in Klobenstein kaufen kann. Ein direkter Vergleich hat jedoch wieder deutliche Vorteile für die Tobacco-Karte ergeben.

Die Original-Hufeisentour beginnt auch in Sarnthein - man geht über das Schart-Biwak (2380 m) und den Gasteiger Sattel auf das Rittner-Horn. Da dies im Aufstieg mit Gegensteigungen 1600 - 1700 hm am ersten Tag gewesen wäre, haben wir uns für den Aufstieg über Klobenstein entschieden.

Wenn man sich auf jeder Hütte einen Stempel geben läßt, kann man sich am Ende der Tour im Fremdenverkehrsamt in Sarnthein nach Vorlage der Stempelliste einen Anstecker kaufen (3EUR) - das Amt hat allerdings üblicherweise Samstag nachmittag und am Sonntag geschlossen - also genau dann, wenn die Tour bei normalem Ablauf beendet ist ... wir hatten das Glück, das an diesem Samstag nachmittag wg. einer Veranstaltung noch geöffnet war.

Folgende Links habe ich noch zum Thema gefunden:

 
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Letzte Änderung am 29.06.2003
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